Gesunderes Trinkwasser

April 2008, Gesünderes Trinkwasser durch bleifreie Armaturen

ARNHEIM -  Das Trinkwasser in den Niederlanden hat im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine sehr gute Qualität. Dennoch zeigt eine kürzlich, vom Rijksinstituut voor Volksgezondheid(Niederländisch Staatliches Institut für Gesundheit und Umwelt) und der niederländischen Prüforganisation KIWA gemeinsam durchgeführte Untersuchung, dass viele unsere Wasserhähne hohe Konzentrationen an Blei, Nickel und anderen Metallen enthalten. Diese metallischen Verunreinigungen unseres Trinkwassers sind für die Bevölkerung gesundheitsschädlich.

Viele Wasserhähne werden aus Messing hergestellt, einer Legierung, die u.a. Kupfer, Zink und Blei enthält. Verchromte Wasserhähne enthalten Nickel. Nach den europäischen Normvorschriften darf der Prozentanteil an Blei bis zu 3-3,5 % betragen. Die Europäische Union hat zudem festgelegt, dass außer dem Prozentanteil Blei im Messing auch das ausströmende Wasser untersucht werden muss. Vorschriften dafür liegen bereits seit 1998 vor. Leider konzentrieren sich die Prüfinstitute nur auf das Material, aus dem die Armatur besteht, und lassen das Trinkwasser außer Acht.

Die Auswirkungen von Blei auf die Gesundheit

Nach den Trinkwassernormen in den Niederlanden darf das Wasser pro Liter höchstens 0,01 mg Blei und 0,02 mg Nickel enthalten. Wenn wir Blei über das Trinkwasser aufnehmen, wird es von unserem Körper nicht mehr ausgeschieden. Auf längere Sicht führt diese Bleiakkumulation zu einer Vergiftung unseres Körpers. Der Sauerstofftransport zu den Organen durch die roten Blutkörperchen wird gestört. Das beeinträchtigt die Funktion verschiedener Organe; betroffen sind insbesondere das Gehirn, die Nieren und das Nervensystem. Vor allem Kleinkinder reagieren sehr empfindlich, da Blei die gesunde Entwicklung des Gehirns stört. Nickel verursacht Hautreizungen.

Ursachen

Es kann manchmal vorkommen, dass Blei und Nickel beispielsweise durch Abnutzung an das Trinkwasser abgegeben werden, wodurch die Normwerte schnell überschritten werden. Der Bericht des RIVM zeigt auch eine zunehmende Verschmutzung des Trinkwassers in Neubauvierteln auf. Im Auftrag wurden in bezugsfertigen Neubauwohnungen Trinkwasserproben entnommen, wobei das Trinkwasser in nahezu allen Fällen die Qualitätsanforderungen nicht erfüllte.

Bleifreie Wasserhähne

Es wird empfohlen, den Wasserhahn mindestens 30 Sekunden lang laufen zu lassen, um den Großteil der Metallverunreinigungen im Trinkwasser wegzuspülen. Ein solches Vorgehen bedeutet gut und gern eine Vergeudung von 0,5 bis 1 Billionen Liter Trinkwasser pro Jahr in den Niederlanden. Verunreinigtes Wasser, das in die Umwelt gelangt. Besser wäre es, die schädlichen Metalle aus unseren Trinkwasserhähnen fernzuhalten.
Seit kurzem gibt es im Hinblick auf dieses Problem endlich einen Durchbruch. Über viele Jahre laufende Forschungsarbeiten führten zur Entwicklung blei- und nickelfreier Wasserhähne. Sollte dies die Lösung für unser Blei- und Nickelproblem sein?